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Wette auf
die Zukunft

Risk Averse, Risk Lover

Risk Averse, Risk Lover, 2021
[Stahl, TFT-Displays, Server, Platine, 90 x 90 x 180 cm]
Risk Averse, Risk Lover, 2021
[Stahl, TFT-Displays, Server, Platine, 90 x 90 x 180 cm]
Risk Averse, Risk Lover, 2021
[Stahl, TFT-Displays, Server, Platine, 90 x 90 x 180 cm]
Risk Averse, Risk Lover, 2021
[Stahl, TFT-Displays, Server, Platine, 90 x 90 x 180 cm]
Risk Averse, Risk Lover, 2021
[Stahl, TFT-Displays, Server, Platine, 90 x 90 x 180 cm]
Risk Averse, Risk Lover, 2021
[Stahl, TFT-Displays, Server, Platine, 90 x 90 x 180 cm]
Risk Averse, Risk Lover, 2021
[Stahl, TFT-Displays, Server, Platine, 90 x 90 x 180 cm]
Risk Averse, Risk Lover, 2021
[Stahl, TFT-Displays, Server, Platine, 90 x 90 x 180 cm]
Risk Averse, Risk Lover, 2021
[Stahl, TFT-Displays, Server, Platine, 90 x 90 x 180 cm]
Risk Averse, Risk Lover, 2021
[Stahl, TFT-Displays, Server, Platine, 90 x 90 x 180 cm]

Time Machine

Time Machine Säule, 2013 (fortlaufend)
[Thermodrucker, Knopf, Papier, MDF, Plexiglas, Aluminium, 210×210×250 cm]
Time Machine Säule, 2013 (fortlaufend)
[Thermodrucker, Knopf, Papier, MDF, Plexiglas, Aluminium, 210×210×250 cm]
Time Machine Säule, 2013 (fortlaufend)
[Thermodrucker, Knopf, Papier, MDF, Plexiglas, Aluminium, 210×210×250 cm]
Time Machine Säule, 2013 (fortlaufend)
[Thermodrucker, Knopf, Papier, MDF, Plexiglas, Aluminium, 210×210×250 cm]
Zeppelin W-ADZ 21, 2021
[Triax Silver Folie, Roboter, Kameras, online Steuerungsplattform, Größe variabel]

Zeppelin
W-ADZ 21

Agave

Agave, 2021
[Aluminiumguss, Aluminiumprofil, 150 x 150 x 360 cm]
Agave, 2021
[Aluminiumguss, Aluminiumprofil, 150 x 150 x 360 cm]
Agave, 2021
[Aluminiumguss, Aluminiumprofil, 150 x 150 x 360 cm]
Agave, 2021
[Aluminiumguss, Aluminiumprofil, 150 x 150 x 360 cm]
Agave, 2021
[Aluminiumguss, Aluminiumprofil, 150 x 150 x 360 cm]
Agave, 2021
[Aluminiumguss, Aluminiumprofil, 150 x 150 x 360 cm]

Schneehaus

Schneehaus, 2021
[C-Print, 59 x 76 cm]
Ausstellungsansicht Wette auf die Zukunft
Kunsthalle Wilhelmshaven, 2021

Grußwort

Im Mittelpunkt der Online-Publikation Wette auf die Zukunft stehen Objekte, Installationen, Videoarbeiten und Fotografien von Malte Bartsch aus den Jahren 2013 bis 2021, die der Künstler vom 22. Mai bis 4. Juli 2021 in den großzügigen Räumen der Kunsthalle Wilhelmshaven präsentiert hat. Ausstellung und Online-Publikation wurden im Rahmen des New York-Stipendiums 2020 des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung realisiert, mit dem Malte Bartsch für seine herausragende künstlerische Arbeit ausgezeichnet wurde.

Der Künstler wurde 1984 in Braunschweig geboren und hat im Anschluss an ein Studium der Humangeographie und Ökonomie an der Universität Utrecht Freie Kunst an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig und an der Universität der Künste Berlin studiert, wo er sein Studium 2015 als Meisterschüler von Manfred Pernice abschloss.

Sowohl die Ausstellung als auch die gleichnamige Online-Publikation Wette auf die Zukunft ermöglichen einen Einblick in zentrale Themen, mit denen Malte Bartsch sich seit mehreren Jahren beschäftigt: Angefangen bei den Auswirkungen von technologischen Entwicklungen und der ambivalenten Beziehung zwischen Mensch und Maschine, bis hin zu unserer veränderten Wahrnehmung von Zeit, die nach Aussage des Soziologen Hartmut Rosa auf einer „technisch beziehungsweise ökonomisch induzierten Beschleunigung“ basiert.

Darüber hinaus gibt die Online-Publikation auch einen Einblick in die künstlerischen Strategien, mit denen Malte Bartsch sich diesen Fragestellungen nähert. Sie zeigt zum Beispiel seinen Ansatz, Alltagsobjekten neue Funktionen zuzuschreiben wie in der Arbeit Holzautomat (2021), für die Bartsch einen ausrangierten Snackautomaten aus der Ramstein Air Base mit Holzscheiten für ein Lagerfeuer bestückt hat. Neben Skulpturen, mit denen Bartsch die Besucherinnen und Besucher seiner Ausstellungen zu performativen Handlungen anregt, entstanden in den vergangenen Jahren auch Filme und Fotografien, die Versuchsreihen und Performances des Künstlers dokumentieren. So etwa das Video Rakete (2019), für das Malte Bartsch nachts auf einem Feld mehrere Feuerwerkskörper angezündet hat, die er vor dem Abschuss an einem 100 m langen Gummiband befestigte, oder die Fotografie Schneehaus (2021), in der er das Abbrennen eines Lagerfeuers in einem Iglu festgehalten hat. Ein weiterer, nicht weniger spektakulärer Teil seines Werkes basiert auf der Konstruktion von Maschinen, die – ähnlich wie der bereits erwähnte Holzautomat – zur Nutzung bereitgestellt werden wie etwa das groß angelegte partizipative Projekt Time Machine (seit 2013) oder der erstmals in der Kunsthalle Wilhelmshaven präsentierte Zeppelin W-ADZ 21 (2021), mit dem Interessierte sich im Internet rund um die Uhr die Ausstellung anschauen konnten.

In ihrer Gesamtheit stellt die Online-Publikation Wette auf die Zukunft Malte Bartsch als Vertreter einer künstlerischen Praxis vor, die einerseits aktuelle gesellschaftliche Fragen reflektiert und andererseits durch Elemente des Performativen und Partizipativen spielerisch und humorvoll skulpturale Konzepte erweitert und die in der traditionellen Plastik klar definierten Grenzen zwischen Werk und Betrachter immer wieder aufs Neue lustvoll verschiebt.

Das New York-Stipendium des Landes Niedersachsen und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung wurde von 2000 bis 2020 an vielversprechende junge Künstlerinnen und Künstler aus Niedersachsen vergeben. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten haben neben einem Barstipendium die Möglichkeit erhalten, zwölf Monate in New York zu leben und zu arbeiten. In Folge der seit dem weltweiten Ausbruch der Corona-Pandemie bestehenden Beschränkungen konnte Malte Bartsch sein Stipendium zu unserem großen Bedauern im Jahr 2020 nur in sehr begrenztem Umfang wahrnehmen. Wir freuen uns, dass der Künstler dennoch die Möglichkeit genutzt hat, sich im Rahmen des Stipendiums ein Jahr lang auf seine künstlerische Arbeit zu konzentrieren und die in dieser Zeit entwickelten Werke in der vorliegenden Online-Publikation erstmals präsentiert.

Zukünftig vergeben das Land Niederachsen und die Niedersächsische Sparkassenstiftung das Reisestipendium „Niedersachsen in Europa“. Es ist an den neu konzipierten Sprengel-Preis gebunden und ermöglicht niedersächsischen Künstlerinnen und Künstlern bis zu sechs Monate in einem europäischen Land ihrer Wahl zu leben und zu arbeiten. Im Anschluss werden ihre künstlerischen Werke und der Auslandsaufenthalt in einer Einzelausstellung im Sprengel Museum Hannover und in einem begleitenden Katalog präsentiert. Zudem wird das Reisestipendium „Europa in Niedersachsen“ vergeben, das europäischen Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit bietet, bis zu einem halben Jahr in Niedersachsen zu arbeiten und ihre Werke abschließend in einem niedersächsischen Kunstverein und einem Katalog vorzustellen.

Für ihre Unterstützung des letzten New York-Stipendiaten danken wir allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des International Studio und Curatorial Program (ISCP) in New York, insbesondere Frau Susan Hapgood, der Direktorin des Atelierhauses. Für die vertrauensvolle Zusammenarbeit bei der Realisierung der Ausstellung danken wir Frau Petra Stegmann, der Direktorin der Kunsthalle Wilhelmshaven. Bei Frau Veronika Olbrich, Herrn Ulrich Beran und Herrn Luis Hemme vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur und Frau Ulrike Schneider von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung bedanken wir uns für die Betreuung des Stipendiums und der Online-Publikation.

Unser besonderer Dank gilt den engagierten Mitgliedern der Jury des New York-Stipendiums 2020, Prof. Dr. Annette Tietenberg (HBK Braunschweig), Prof. Dr. Stephan Berg (Kunstmuseum Bonn), Gerrit Gohlke (Brandenburgischer Kunstverein Potsdam) und René Zechlin (Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen am Rhein).

Abschließend danken wir Malte Bartsch für die beeindruckende Präsentation seiner Arbeiten in der Kunsthalle Wilhelmshaven und wünschen ihm für seine weitere künstlerische Arbeit alles Gute.

Björn Thümler
Niedersächsischer Minister für
Wissenschaft und Kultur

Thomas Mang
Präsident der Niedersächsischen
Sparkassenstiftung

Freiheit aushalten!

Claude Shannon, der Begründer der Informationstheorie und Wegbereiter heutiger Kommunikationstechnologie (ein Shannon ist eine Einheit für das Maß an Information in einer Nachricht), war auch ein begnadeter Bastler. An der Werkbank in seinem Arbeitszimmer hat er Maschinen gebaut, die mit römischen Zahlen rechnen, den „Rubik’s cube” lösen oder jonglieren konnten. Die berühmteste Maschine, die Claude Shannon jemals gebaut hat, ist gleichzeitig die simpelste, die man sich vorstellen kann: die “shannon machine”, auch “ultimate machine” genannt. Sie besteht aus einer Kiste mit einem Hebelschalter. Betätigt man den Schalter und stellt ihn von 0 auf 1, startet ein Mechanismus, eine Klappe geht auf, eine Hand kommt zum Vorschein, stellt den Schalter wieder auf 0 und verschwindet in der Klappe. Eine Maschine, deren einzige Funktion es ist, sich selbst auszuschalten: die ultimative Maschine.

Daran muss ich immer denken, wenn ich aus Malte Bartschs Time Machine ein serielles Kunstwerk ziehe, das durch die unbestechliche Zeitangabe den Charakter eines Unikats erhält. Ein Kunstwerk für die Ewigkeit, wäre es nicht auf Thermopapier gedruckt, das im Verlauf der Zeit durch Lichteinstrahlung verblasst. Eine Maschine, die aussieht wie ein Sicherungskasten, spuckt umsonst und in beliebiger Stückzahl Kunstwerke aus, die aus nichts bestehen als ihrem Wert als Unikat, technisch und unsinnlich wie ein Kassenbon aus dem Supermarkt. „Autsch“, sagte die Benjaminsche Aura des Kunstwerks im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, als sie mit dem Elektroschocker traktiert wird.

Die meisten von Bartschs Arbeiten funktionieren als “practical jokes”. Das festzustellen heißt nicht, die Ernsthaftigkeit dieses Ansatzes zu schmälern. Im Gegenteil reiht sich Bartsch damit in eine Riege der Besten im Feld der zeitgenössischen bildenden Kunst ein, wie Jörg Heiser in seinem Buch mit dem von Fischli und Weiss entliehenen Titel “Plötzlich diese Übersicht” herausarbeitet. In Deutschland mit seinem Hang zum Idealistischen, Moralischen, Essenzialistischen und Gravitätischen kann man das nicht oft genug betonen: Viele der komplexesten und schillerndsten Positionen unserer Zeit angefangen bei John Baldessari und Fischli und Weiss über Paul McCarthy und Jenny Holzer bis William Kentridge arbeiten mit einem Element des entwaffnenden Humors, des Slapsticks und der überraschenden Zuspitzung. Der gemeinsame Nenner zwischen den Genres Stummfilm, Comedy und Kunst ist die Pointe – der jähe Blitz der Erkenntnis, wenn sich Paradoxien auf einer ungeahnten nächsthöheren Ebene auflösen, wenn überlagernde Quantenzustände von Bedeutung zu einer überraschenden Information über den Zustand der Welt kollabieren – Schrödingers Katze ist entweder tot oder lebendig – und das Denken eine neue Richtung nehmen kann. So lassen sich über die Pointe auch unbequeme und subversive Ideen einschleusen. Deshalb war Humor immer auch das Mittel der Unterdrückten und Marginalisierten: der Punk, der im Punkt, in der Pointe steckt. Oder, wie wir Lateiner sagen: In Cauda Venenum: Am Ende das Gift. Manchmal ist es bei Bartsch trockener Humor – leider (und bezeichnenderweise) gibt es keine deutsche Entsprechung für die angelsächsische Spezialität des “deadpan humour” – wie bei der Silvesterrakete, die nach furiosem Start vom Gummiband in die Niederungen zurückgezwungen wird und knapp über dem Boden trostlos explodiert: ein majestätisch-erbärmlicher Rohrkrepierer. Andere Pointen sind subtiler – “tongue in cheek” würde der Engländer sagen, wieder keine deutsche Entsprechung – wie die Wolkenaufnahmen in Super Slow Motion: die Entschleunigung der Entschleunigung. Diese Pointen-Poetik, ließe sich sagen, oszilliert zwischen Politik und Poesie.

Malte Bartsch hat Volkswirtschaft studiert, das merkt man. Die Themen seiner Arbeiten sind frei von jeder Innerlichkeit oder individuellen Befindlichkeit. Vielmehr zielen sie – bei aller ästhetisch-sinnlichen Qualität, die sie als notwendige Bedingung wie nebenbei erfüllen – auf die großen Diskursthemen der Gegenwart und die Grundlagen des zukünftigen Gesellschaftsvertrags: Klimawandel und Konsumkultur, Algorithmen und Künstliche Intelligenz, Finanzökonomie und Geldpolitik. Die marxistisch-materialistische Gretchenfrage: “Was ist wertschöpfend?” bzw. “Wie entsteht der Mehrwert?” bildet die Rampe, von der Bartsch abhebt und mit Rückwärtssalto mortale im Bullseye des aktuellen Kunstdiskurses landet: “Wo beginnt und wo endet ein Kunstwerk?”, “Wann ist was Kunst?”, “Was hat heute noch Bestand?”

Eher der angelsächsischen Schule des Pragmatismus als der des Deutschen Idealismus und der Romantik entstammend, sind Bartschs Arbeiten weder Rätsel und Geheimnisse, wie sie der eine Teil, die mystisch und schamanisch grundierte westdeutsche Nachkriegskunst, vorgetanzt hat, noch artistisch-minimalistische Kapriolen des Formalismus, wie sie der andere Teil propagierte, der den minimalistischen Nulldurchlauf und Neuanfang im Visier hatte. Es sind gehaltvolle und gut informierte Wetten: “Wette auf die Zukunft” wie es Titel und Webdomain der Ausstellung in der Kunsthalle Wilhelmshaven überdeutlich formulieren. Aber auch darin steckt schon wieder eine Pointe: die omnipräsente Phrase “Wette auf die Zukunft” ist ebenso wie “Investition in die Zukunft” ein Pleonasmus, der den Sprecher als bedeutungshubernden Großsprecher ausweist. Wie jede Investition auf die Zukunft gerichtet ist, so kann es keine Wette geben, die nicht auf die Zukunft ausgerichtet ist. Das Wesen der Wette ist es, ein Szenario gegenüber dem gängigen und mehrheitlich angenommenen zu favorisieren. Wer wettet, wähnt sich qua Insider-Informationsvorsprung oder Intuition schlauer als der Markt, denn es ist ja genau das Wesen des funktionierenden Marktes, dass alle verfügbaren Informationen zu jedem Zeitpunkt eingepreist sind. “Der Preis enthält alle Informationen, die den Marktteilnehmern zum Zeitpunkt X zur Verfügung stehen”, heißt es in einschlägigen VWL-Büchern. Es ist somit eher unwahrscheinlich “den Markt zu schlagen”, auch wenn es naiv-optimistische Investoren immer wieder versuchen. Bartschs Arbeiten der Serie Risk Averse thematisieren genau das: es sind Schütten für virtuelle Produkte – unsichtbares Eis wie aus der Sesamstraße oder NFTs vielleicht – deren digitale Preistags in der Manier der algorithmusgesteuerten dynamischen Preisgestaltung (“Yield Pricing”) wie wild flottieren. Das Paradox des „Feedback-Loops“, das auch hinter „Flash Crashes“ an der Börse steht: “When everything is always connected to everything else, nothing ever gets settled.”

Hinzu kommt nämlich jene Komplikation, die der britische Ökonom John Maynard Keynes im Bild des “Beauty Contest” gefasst hat: die Börse ähnele einem verzerrten Schönheitswettbewerb, bei dem jeder nicht das Mannequin wählt, das ihm oder ihr am besten gefällt, sondern das von dem man annimmt, dass es am ehesten dem Durchschnittsgeschmack entspricht. Die “animal spirits” (Keynes), die die Märkte treiben, folgen eher den Gesetzen des Mobs und der Massenpsychologie als der rationalen Urteilskraft und dem gesunden Menschenverstand. Damit lässt sich nicht nur der “irrationale Überschwang” an den Börsen erklären, sondern auch die Konjunkturen bestimmter „Blue-Chip“-Positionen am Kunstmarkt, die in Auktionen hochgejazzt werden wie weiland Ende des 16. Jahrhunderts Blumenzwiebeln in der “Tulpenmanie”. Malte Bartschs Arbeiten fallen da eher raus. Es sind per se keine Wetten auf den Kunstmarkt, stattdessen oft eher sperrige Objekte, die der Wartung und Pflege bedürfen. Was die Verkäuflichkeit angeht, rangieren sie eher im unteren Quintil der “Bell Curve“. Vielmehr sind Bartschs “Wetten auf die Zukunft” so etwas wie die “Wild Cards” in der Szenariotechnik: ausgesprochen unwahrscheinliche Szenarien, die jedoch bei Eintritt dramatische Effekte haben und dem Lauf der Geschichte eine neue Richtung geben. Der Business-Philosoph und Investment-Stratege Nassim Nicholas Taleb nennt sie “black swans”, schwarze Schwäne, was im Angelsächsischen lange Zeit ein Synonym war für ein Ding der Unmöglichkeit – bis Ende des 18. Jahrhunderts tatsächlich schwarze Schwäne in Australien entdeckt wurden. Es sind Ereignisse, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie a) sehr unwahrscheinlich sind, b) einen massiven Impact auf die Gegenwart haben, c) hinterher alle haben kommen sehen, nur eben im Vorfeld nicht.
Auch schon vor der Corona-Pandemie hatte es den Anschein, als häuften sich diese schwarzen Schwäne in historisch ungekanntem Ausmaß. Die Hypervernetzung an den Finanzmärkten, die Häufung von Extremwettersituationen aufgrund des Klimawandels und die Anfälligkeit unserer hochgezüchteten Informationsinfrastruktur durch Viren und Hackerangriffe haben einen Strahler auf diese “fat tail”-Risiken gerichtet: die Erkenntnis, dass sich an den unwahrscheinlichen Rändern der Normalverteilungskurve Dinge zusammenbrauen, die mehr Beachtung verdienen sollten. VUCA heißt das zeitdiagnostische Akronym dazu, mit dem man den Flaschengeist zu bannen versucht: “Volatility“, “Uncertainty“, “Complexity“, “Ambiguity“. Wir empfangen schwache Signale aus einer volatiler, unsicherer, komplexer und mehrdeutiger werdenden Zukunft. Und wir wissen nicht, wie wir diese Signale deuten sollen. Darin steckt die Ambiguität. An dieser Stelle kommt die Kunst ins Spiel – insbesondere die von Malte Bartsch –, die uns eines lehren kann: Ambiguitätstoleranz. “Freiheit aushalten!” in schwarzer Prägeschrift auf gelbem Blechschild war ein beliebter Sponti-Geschenkartikel der 1980er. Genau darum geht es.

Die “catchiesten” und “instagrammablesten” Arbeiten von Malte Bartsch verwandeln sich dem an, was in der Szenariotechnik neuerdings als “spekulatives Design” praktiziert wird: “show and tell”-Artefakte aus der nahen Zukunft, wie sie auch in „near-futures science-fiction-Serien“ wie “Black Mirror” auftauchen könnten. Der Verkaufsautomat, der Feuerholz ausspuckt (Holzautomat, 2021), korrespondiert mit dem entkernten Geldautomaten (EC, 2018), dessen Gehäuse nur noch als Bollerofen dient. Sofort sehen wir uns in einem postapokalyptischen „Mad-Max-Szenario“, in dem Papiergeld auf seinen bescheidenen Brennwert reduziert wird und wir zehn Millionen Bitcoins für einen Holzscheit ausgeben.

Wie die Börse ständige Neubewertungen des gegenwärtigen Bestandes an materiellem und immateriellem Vermögen unter Maßgabe plausibler Zukunftsannahmen vornimmt, so ist die Kunstgeschichte eine ständige Neu- und Umbewertung des gewaltigen Korpusses historischen Kunstschaffens und -wollens. Die Gegenwartskunst aber – eingeklemmt im schmalen Spalt zwischen den Mühlsteinen Vergangenheit und Zukunft – kann sich nur selbst befreien, indem sie das Spiel mit der “Umwertung aller Werte” zu ihrem Geschäft macht. Genau das ist es, was Malte Bartschs Maschinenkunst für uns Zeitgenossen “so different, so appealing” (Richard Hamilton) macht.

Holm Friebe

Romantik mit anderen Mitteln

Wie werden wir künftig leben und wirtschaften? Welchen Visionen werden wir folgen und was ist der Preis für unsere Zukunftsträume? Der Titel der Ausstellung Wette auf die Zukunft spiegelt Malte Bartschs Faszination für die Absurditäten des Wirtschaftslebens. Zugleich spielt er konkret auf Wilhelmshaven als Ort der Ausstellung an, der seinen Sandstrand einem Containerterminal opferte, mit dem sich große Hoffnungen und eine teuer erkaufte Utopie verbinden. Ob sich die Sehnsucht nach einer besseren wirtschaftlichen Lage in der Zukunft erfüllt? Ein Zurück nach dem Motto „unter dem Pflaster liegt der Strand“ ist jedenfalls nicht geplant.

Begegnet man den Objekten und Installationen von Malte Bartsch springen schnell anspruchsvolle technische Details ins Auge: Roboter, selbst gebaute Maschinen, umgestaltete Geräte mit neuer Funktionalität, flackernde Displays in klein und groß. Aber Bartsch geht es nicht um technologische Spielereien – bei aller Freude, die er augenscheinlich daran hat. Im Fokus seiner Arbeiten steht eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen und wirtschaftlichen Kreisläufen (samt irrationalen und spekulativen Elementen). Dabei gelingt ihm eine außergewöhnliche Fusion einer hochtechnologischen Gegenwart mit der Ideenwelt der Romantik.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts leitete die Epoche der Romantik eine Abwendung von der Rationalität und Stringenz der von der Antike geprägten Aufklärung ein und betonte Gefühl, Leidenschaft, Individualität und Seele – ein Begriff, der auch in den Arbeiten von Malte Bartsch leitmotivisch erscheint. Mit ausgefeilter Technik beseelt der Künstler Objekte und Installationen. So die Rakete seiner gleichnamigen Videoarbeit, die zu einer tragisch-komischen Protagonistin wird, der ein Höhenflug verwehrt bleibt. Statt in die Weiten des Himmels aufzusteigen, lenkt ein Gummiband sie zur Erde zurück, wo sich ihr Funkenflug wie ein Sternenregen über den Feldern ergießt. Wir betrachten sie mit Empathie – und erkennen zudem die Schönheit ihres Scheiterns.

Einen romantischen Topos nimmt auch die Installation Agave auf, die als „Jahrhundertpflanze“ in filigranen Aluminiumabgüssen präsent ist. Die zu den Spargelgewächsen gehörende Pflanze speichert über Jahrzehnte Energie, um Blüten hervorzubringen, nur um gleich darauf abzusterben. Damit wird sie zum Sinnbild eines mit Herzblut geschaffenen Meisterwerks, das den Tod seines Schöpfers mit sich bringt. Einen nicht auflösbaren Widerspruch birgt das industrielle Material Aluminium (aus recycelten Autofelgen), das den zarten Blüten zur Totenmaske wird und ihre fragile Schönheit dauerhaft erhält.

Auch geradezu Übernatürlichem scheint man in der Ausstellung zu begegnen: in irrlichternd springenden, wie von Geisterhand gesteuerten Preisangaben der Skulpturen Risk Averse und Risk Lover, die mit ihrer an leere Warenregale erinnernden Gestalt auf eine immer abstraktere Wirtschaftswelt verweisen, durch die das Immateriell-Ungreifbare in Form hochspekulativer Kryptowährungen spukt.

Schon ein Klassiker unter Malte Bartschs Arbeiten ist die Time Machine, deren Name zunächst eine Zeitreise verspricht, die sich letztlich aber als perfekter Alibi-Automat erweist. Sie bezeugt die Anwesenheit an einem Ort – und produziert mit den ausgegebenen Quittungen zugleich ein Kunstwerk nach dem anderen. Aber sie birgt auch ein gemeinschaftliches Element, ist sie doch Teil eines Netzwerks von Zeitmaschinen an über 50 Orten (https://tm.maltebartsch.de), die von Guangzhou über New York bis Wilhelmshaven miteinander verbunden sind und die ephemeren Spuren menschlicher Anwesenheit an verschiedenen Ort materialisieren.

Eine besondere Bedeutung kommt in der Ausstellung dem Element Feuer zu: In der Fotografie Schneehaus zum Beispiel treffen Feuer und Eis aufeinander. Wenn das in einer Eislandschaft wärmende Feuer seine schützende Unterkunft zu schmelzen droht, entsteht ein Energiekreislauf ohne Happy End. Und auch der Holzautomat verspricht Feuer, indem er gegen Einwurf eines Dollars einzelne Holzscheite und Zündhölzer für ein Lagerfeuer-to-go feilbietet und damit implizit zum Verbrennen eines Teils des Kunstwerks einlädt, aber zugleich das gemeinschaftliche Sitzen am archaisch-romantischen Lagerfeuer suggeriert, das Bartsch auch in seinem Vorschlag für eine Feuerstelle aufgreift.

Den Traum vom Fliegen schließlich verwirklicht Bartsch mit einem robotergesteuerten Zeppelin W-ADZ 21, der weltweit zu einem Rundflug durch die Ausstellung in der Kunsthalle Wilhelmshaven einlädt, damit physische Distanzen überwindet und verschiedene Orte verbindet. Der Zeppelin W-ADZ 21 wird zudem zum Mittel eines Dialogs, der auf ungewöhnliche Weise gelingt: Ausstellungsbesucherinnen und Ausstellungsbesucher sehen die Bewegung des Luftschiffs, wissen, dass es von außerhalb gesteuert wird, aber nicht von wem. Die Pilotinnen und Piloten aus der Ferne wiederum können Personen und Vorgänge beobachten und durch Bewegungen auf sich aufmerksam machen oder ruhig verharren. Ein Spiel von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit erzeugt eine asymmetrische Kommunikation, der bisweilen etwas Unheimliches innewohnt.

Die Kunsthalle Wilhelmshaven dankt dem Künstler Malte Bartsch für die kooperative, Freude bereitende Zusammenarbeit und für eine Ausstellung, die so leicht erscheint wie der Luftzug des durch die Kunsthalle schwebenden Zeppelin W-ADZ 21. Besonders freuen wir uns über die Möglichkeit des virtuellen Ausstellungsbesuchs per Zeppelin W-ADZ 21, der gegen Ende des dritten Corona-Lockdowns einen interessanten Kontrast zur physischen Ausleihe von Kunstwerken setzt, die in der Kunsthalle im April 2020 zu Beginn der Pandemie stattfand.

Ein sehr herzlicher Dank gilt ebenfalls dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur, insbesondere Veronika Olbrich, und der Niedersächsischen Sparkassenstiftung, hier besonders Ulrike Schneider, für die fruchtbare, freundliche und flexible Zusammenarbeit, die zum Entstehen einer ungewöhnlichen Ausstellung im Spannungsfeld von Technik und Mensch, Fortschritt und Romantik geführt hat.

Petra Stegmann

Von Wertgespenstern und Referenzillusionen

„Wette auf die Zukunft“ – das klingt verheißungsvoll und ein bisschen glamourös. Der Titel, den Malte Bartsch seiner Ausstellung in der Kunsthalle Wilhelmshaven gegeben hat, scheint wie geschaffen für die Kunst zu sein. Denn schließlich werden Künstlern – ja, ausschließlich virilen Exemplaren – seit eh und je prophetische Eigenschaften zugeschrieben. Sei es, weil diese als Avantgardisten mit Darstellungskonventionen und tradierten Lebensformen brechen, denen ohnehin keine lange Dauer mehr beschieden ist; sei es, weil sie als Weltverbesserer überzeugende Alternativen zu einer fehlgeleiteten Gegenwart aufzuzeigen wissen oder durch die Entfesselung der Sinnesfreuden den Zugang zu einem irdischen Paradies versprechen. Malte Bartsch verwehrt sich nicht nur dagegen, diesen in die Jahre gekommenen Künstlermythos zu bedienen. Auch die Zukunft, die er den Besucherinnen und Besuchern seiner Schau in Aussicht stellt, sieht alles andere als rosig aus.

Das geht schon los mit einem Silvesterfeuerwerk, das verstört, weil es keine prachtvollen Blüten an den Nachthimmel zaubert. Im 12-minütigen Video Rakete (2019) misslingt der pyromanische Versuch, mit Hilfe der Magie böse Geister abzuwehren, wieder und wieder. Hoffnungsvoll steigt eine Rakete nach der anderen auf, nur um Sekunden später, kurz vor dem mit Vorfreude erwarteten Höhepunkt, gen Boden zu sinken. Sofern die Raketen überhaupt explodieren, tun sie dies, während sie sich bereits im Sinkflug befinden.

Vom Scheitern großer Hoffnungen, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Luftschiffe gesetzt wurden, erzählt ein mit Helium gefüllter, zigarrenförmiger Ballon namens Zeppelin W-ADZ 21 (2021), der per Roboter durch den Ausstellungsraum navigiert werden kann. Den Ausstellungsbedingungen in Pandemiezeiten gemäß lässt sich das Flugmodell auch vom heimischen Rechner aus steuern; die an ihm befestigte Kamera liefert körperlose Einblicke in die Situation in der Kunsthalle. Wie Malte Bartsch herausfand, gibt es sogar einen Ortsbezug. Im Jahr 1916, während des Ersten Weltkriegs, schwebte ein Zeppelin, der LZ 32, über Wilhelmshaven. Er übernahm damals die Luftsicherung für den durch Minentreffer beschädigten Schlachtkreuzer Seydlitz. Die Geschichte des Zeppelins liest sich im Nachhinein wie eine Aneinanderreihung von Pleiten, Pech und Pannen. Notlandungen, Motorenversagen und Abstürze gehörten dazu. Aber auch das kollektive Aufbäumen gegen das Misslingen: Als den Luftschiffen 1908 aus ökonomischen Gründen das Aus drohte, kamen bei einer Spendenaktion mehr als sechs Millionen Mark zusammen, die die Grundlage für die Zeppelin-Stiftung darstellten. Bis heute liefert die Vision vom völkerverbindenden Weltluftschiffverkehr reichlich Stoff für Romane und Filme, aber auch für technische Entwicklungen wie den Cargolifter und das Hybridluftschiff.

Malte Bartschs silbrig glänzender Zeppelin W-ADZ 21 überfliegt in der Kunsthalle Wilhelmshaven ein dystopisches Szenario, bestehend aus zwei von Stativen gehaltenen Blütenstengeln, gefertigt aus Aluminiumguss. Agave (2021) ähnelt nicht etwa der gleichnamigen dekorativen sukkulenten Zimmerpflanze, sondern verweist auf deren Stengel, die in Mittel- und Südamerika bis zu acht Meter hoch werden können. Nach Jahrzehnten blüht eine solche Pflanze, die auch „century plant“ genannt wird, ein einziges Mal – und stirbt dann ab. Die lang herbeigesehnte Glanzleistung ihres Daseins ist also zugleich auch ihr Todesurteil.

Besucherinnen und Besucher, die interaktiv involviert sein möchten, bietet der Künstler an, seine Time Machine in Gang zu setzen. Dazu genügt ein Knopfdruck. Allerdings endet die Zeitreise ziemlich profan, wenn der Automat einen Ausdruck auf Thermopapier ausspuckt, auf dem exakt festgehalten ist, wie viele Sekunden die Mitspielerinnen und Mitspieler jeweils den roten Knopf gedrückt haben. Das per Zertifikat authentifizierte Kunstwerk, das sie in den Händen halten, sieht nicht nur aus wie ein Kassenzettel. Das Material, aus dem es besteht, lässt auch keinen Zweifel daran aufkommen, dass dieses Kunstwerk trotz aller Beteuerung seines Eigenwerts kaum von langer Dauer sein dürfte.

Dem Spuk der Ökonomie ist Malte Bartsch auch mit den skulpturalen Anordnungen Risk Averse (2021) und Risk Lover (2021) auf der Spur. Während Joseph Beuys einst auf Warenregalen abgepackte Lebensmittel lagerte, um die Wirtschaftswerte (1980) der BRD und der DDR konkret zur Anschauung zu bringen, stellt Malte Bartsch nun leere Metallregale zur Schau. Was von Ferne an Haim Steinbachs Arrangement aus Alltagsobjekten erinnert, erweist sich bei näherem Hinsehen als Verweis auf die Strömungsturbulenzen der globalen Finanzmärkte. Irrlichternde Preisschilder, die sich wie von Zauberhand permanent verändern, huldigen dem wandelbaren Wert immaterieller Güter.

Wem es angesichts solch unkalkulierbarer Preisschwankungen kalt über den Rücken läuft, findet am Holzautomat (2021) sämtliche Utensilien, die man braucht, um ein wärmendes Lagerfeuer zu entzünden: Holzscheite, Streichhölzer und ein Stück Papier, genauer gesagt eine Dollarnote. Anzunehmen ist, dass Marcel Duchamp, der das fortwährende Rotieren des Roue de Bicyclette (1913) in seinem Atelier mit dem Flammenspiel eines Kaminfeuers verglichen hat, an einer solch widersinnigen automatischen Vorrichtung Gefallen gefunden hätte.

Verbindendes Element der Arbeiten von Malte Bartsch ist die Paradoxie. Zum einen wirken sie perfekt hergestellt, ideal platziert und kühl inszeniert; zum anderen wohnt ihnen die Erfahrung des Scheiterns, die Absurdität der Fortschrittsideologie und die Vergeblichkeit allen Tuns inne – und doch sind sie völlig frei von Ironie, gar von Zynismus. Ebenso überraschend ist, dass sie sich einer tradierten Symbolik und Metaphorik verweigern, aber dennoch Narrationen entwerfen. An der Schnittstelle von Geschichte, finanzökonomischen Geschäftspraktiken und Kunst entfesseln sie eine ungeahnte Dynamik. Sie erzählen von kollektiven Imaginationskräften, von Spekulationen auf eine bessere Zukunft, die wiederum die Kraft haben, politische, ethische und ästhetische Bewegungen tatsächlich hervorzubringen. Und sie lassen erahnen, was Kunst und Ökonomie verbindet: der „Windhandel“, der Handel mit „Futures“, „ein Vertrag also, der die Vertragspartner auf den Ertrag oder das Ertragen einer kontingenten Zukunft verpflichtet“1. So gesehen sind Künstler heute wohl weniger Propheten als vielmehr furchtlose Kapitalismus-Bändiger, die mit Wertgespenstern und Referenzillusionen zu jonglieren wissen, die erahnen, wo es Spielräume geben könnte für eine mögliche Zukunft. Und gerade das ist bitter nötig. Denn selbst Computerwissenschaftler haben inzwischen den Glauben an sie verloren. So bekennt Jaron Lanier: „Ich vermisse die Zukunft. Heutzutage stellen wir so niedrige Erwartungen an sie.”2

Annette Tietenberg

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1 Joseph Vogl: Das Gespenst des Kapitals. Zürich 2010, S. 91.
2 Jaron Lanier: Wem gehört die Zukunft? Hamburg 2014, S. 456.

Impressum

Die Online-Publikation Malte Bartsch – Wette auf die Zukunft erscheint anlässlich des New York-Stipendiums 2020 der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und des Landes Niedersachsen im Anschluss an eine Ausstellung in der Kunsthalle Wilhelmshaven und in Verbindung mit einer Präsentation der Ausstellung auf der Webdomain www.wetteaufdiezukunft.de.

The online-publication Malte Bartsch – Wette auf die Zukunft (“Bet on the Future“) is being presented along with the exhibition at the Kunsthalle Wilhelmshaven on the occasion of the awarding of the New York Stipend 2020 by the Niedersächsische Sparkassenstiftung and the State of Lower Saxony on the web domain www.wetteaufdiezukunft.de.

Malte Bartsch – Wette auf die Zukunft
Kunsthalle Wilhelmshaven
21. Mai – 4. Juli 2021

Malte Bartsch – Wette auf die Zukunft (“Bet on the Future“)
Kunsthalle Wilhelmshaven
21 May – 4 July 2021

Niedersächsische Sparkassenstiftung
Schiffgraben 6 - 8, D - 30159 Hannover
Telefon +49 (0) 511 / 36 03 489
sparkassenstiftung@svn.de, www.nsks.de

Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur
Leibnizufer 9, D - 30169 Hannover
Telefon +49 (0) 511 / 120 25 99
pressestelle@mwk.de, www.mwk.niedersachsen.de

New York-Stipendium New York Stipend

Organisation Organization: Veronika Olbrich, Ulrich Beran, Luis Hemme, Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur Lower Saxonian Ministry for Science and Culture Ulrike Schneider, Niedersächsische Sparkassenstiftung

Jury 2020: Prof. Dr. Stephan Berg, Gerrit Gohlke, Prof. Dr. Annette Tietenberg, René Zechlin

Partnerinstitution Partner Institution: ISCP, International Studio and Curatorial Program, 1040 Metropolitan Avenue, Brooklyn, New York 11211, USA

Geschäftsführende Direktorin Executive Director: Susan Hapgood

Programm- und Ausstellungsleitung Director of Programs and Exhibitions: Kari Conte

Direktorin für Entwicklungen und Programme Director of Development and Programs: Juliana Cope

Ausstellung Exhibition

Kunsthalle Wilhelmshaven
Adalbertstraße 28, D – 26382 Wilhelmshaven
Telefon +49 (0) 4421 / 41 448
info@kunsthalle-wilhelmshaven.de
www.kunsthalle-wilhelmshaven.de

Direktorin Director: Petra Stegmann



Online-Publikation Online Publication

Herausgeber: Niedersächsische Sparkassenstiftung und Land Niedersachsen in Zusammenarbeit mit der Kunsthalle Wilhelmshaven

Editor: Niedersächsische Sparkassenstiftung and the State of Lower Saxony in collaboration with the Kunsthalle Wilhelmshaven

Gestaltung Graphic Design: David Liebermann, Benjamin Maus, Malte Bartsch

Übersetzung ins Englische Translation into English: George Frederick Takis

Fotografien Photos: Edward Greiner

Alle Rechte vorbehalten All rights reserved

Bibliographische Information: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.de abrufbar.

Bibliographic information: Published by the Deutsche Nationalbibliothek lists this publication in the Deutsche Nationalbibliografie; detailed bibliographic data is available on the Internet at http://dnb.de.

© 2021 Malte Bartsch, Niedersächsische Sparkassenstiftung, Land Niedersachsen, Kunsthalle Wilhelmshaven, Autorinnen und Autoren the authors